Chinesische Arzneimittel sind komplexe Zusammensetzungen vieler unterschiedlicher Einzelstoffe. Erst in Summe entfalten die einzelnen Kräuter ihre vollständige Wirkung. Verwendet werden in den Kräutermischungen grossteils pflanzliche Zutaten. Daneben kommen jedoch auch tierische und mineralische Bestandteile zum Einsatz.

Chinesische Arzneimittel werden individuell nach dem jeweiligen Krankheitsmuster des Patienten durch den TCM-Therapeuten zusammengestellt. Der TCM-Therapeut greift bei der Auswahl der Kräuter auf seinen eigenen Erfahrungsschatz und auf das Wissen der Chinesischen Kräutermedizin (Phytotherapie) zurück.  

Über 4000 verschiedene Heilpflanzen sind in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bekannt. Die verwendeten Rinden, Samen, Blüten und Blätter enthalten hoch wirksame Inhaltsstoffe und sind weit mehr als “einfache Kräuter”. Jeder Arznei wird im Sinne der TCM ein spezielles Temperaturverhalten auf den Körper (heiss, warm, neutral, kühlend und kalt) sowie ein Geschmack mit bestimmter Wirkkraft (scharf, süss, neutral, sauer, bitter, salzig) zugeordnet. 

Mit der exakt auf den Patienten und dessen Krankheitsbild abgestimmten Kräutermischung soll die allgemeine Konstitution des Organismus gestärkt werden. Der Körper erhält dadurch die Energie, um krankmachende Faktoren auszuleiten und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Krankheiten werden dadurch nicht oberflächlich symptomatisch, sondern an deren Wurzel behandelt.  

Spezialisierte Apotheken bereiten auf Rezept die vom TCM-Therapeuten zusammengestellten Kräutermischungen zu. Die Apotheken selbst beziehen ihre Zutaten von Grosshändlern aus China oder anderen Anbaugebieten. Der Import jeglicher Heilkräuter wird dabei strengstens staatlich kontrolliert. Die Pflanzen werden auf den Gehalt von Pestiziden, Schermetallen oder andere Verunreinigungen hin untersucht. Die von den Apotheken verarbeiteten Rohstoffe erfüllen daher sämtliche Qualitätskriterien. Vorsicht ist bei dem Bezug von chinesischen Arzneien aus dem Internet geboten.  

Chinesische Arzneimittel können in Form von Tees/Dekokte, Kapseln/Tabletten, Granulaten/Pulvern oder als hydrophile Konzentrate (besonders für Kinder geeignet) eingenommen werden. Tees können dabei entweder selbst vom Patienten zuhause zubereitet oder bereits als fertiges Dekokt (abgekochter Sud) in der Apotheke erworben werden.  

Chinesische Arzneimittel können allgemein zur Stärkung und zur Prophylaxe eingenommen werden. Darüber hinaus eignen sie sich zur Behandlung einer Reihe an unterschiedlichen Krankheitsbildern und Störungsmustern. Unter anderem verschreiben TCM-Therapeuten chinesische Arzneien zur Behandlung von 

  • Allergien 
  • Asthma 
  • Bronchitis 
  • Erschöpfung und Müdigkeit 
  • Gynäkologie: Menstruationsbeschwerden, Klimakterium, Kinderwunsch 
  • Harnwegsinfekte 
  • Haut: Neurodermitis, Haarausfall 
  • Infektionskrankheiten im HNO-Bereich 
  • Migräne und Kopfschmerz 
  • Onkologie: zur Kräftigung und Regeneration nach einer Chemotherapie  
  • Verdauungsstörungen 

Bei der Einnahme chinesischer Arzneimittel ist stets auf deren Wechselwirkung untereinander sowie mit anderen Medikamenten zu achten.