Die Koreanische Handakupunktur ist eine Variante der klassischen Akupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Koreanische Handakupunktur basiert auf der Entdeckung, dass die Hände eine Art Mikrokosmos des menschlichen Körpers darstellen. Sie bilden demnach unseren gesamten Körper im Kleinen ab.

Tatsächlich lassen sich alle Meridiane und Organe über entsprechende Akupunkturpunkte auf der Hand erreichen. In der Koreanischen Handakupunktur stimuliert der Akupunkteur daher gezielt diese Punkte, um Beschwerden zu heilen und Schmerzen zu lindern. Die Koreanische Handakupunktur gilt dabei als sehr effektive und schnell wirksame Methode mit einigen Vorteilen gegenüber der klassischen Körperakupunktur.  

Die Koreanische Handakupunktur wurde 1972 von dem koreanischen Arzt Yoo Tae Wool in Seoul (Südkorea) entdeckt. Er bemerkte, dass die Hände den gesamten menschlichen Körper repräsentieren. Die Hand bildet sämtliche Körperregionen, Organe und Meridiane ab. Yoo Tae Woo beschrieb 345 Punkte und 14 Mikromeridiane, die auf der Hand zu finden sind. Die Meridiane entsprechen den Körpermeridianen und erlauben damit ein gezieltes Behandeln. 

In der koreanischen Handakupunktur nutzt der Akupunkteur die Akupunkturpunkte der Hand, um auf den Organismus einzuwirken. Die Koreanische Handakupunktur wird mittlerweile weltweit praktiziert und gilt als äusserst effektive und erfolgreiche Behandlungsmethode bei einer Reihe an Erkrankungen und funktionellen Störungen. 

1.1. Hand als Mikrokosmos

Jede Hand spiegelt ebenso wie Ohren und Füsse – als eine Art Mikrokosmos den gesamten menschlichen Körper wider. Diese Tatsache macht sich die Koreanische Handakupunktur sowie die Ohrakupunktur (Auriculomedizin) zu Nutzen. Die Füsse eignen sich weniger zur Behandlung mit Nadeln, da die Fusssohle schmerzempfindlicher ist.

Auf der rechten Hand liegen Akupunkturpunkte für die rechte und linke Körperseite, auf der linken Hand sind ebenfalls beide Körperseiten abgebildet. Zeige- und Ringfinger repräsentieren die Arme, der Mittelfinger mit Nagelglied den Kopf, das Mittelglied und Grundglied repräsentieren Hals und Brust, der Daumen und der kleine Finger die Beine. Die Gelenke der Finger stehen für das Hand- und Ellbogengelenke beziehungsweise für Fuss- und Kniegelenke. Die Innenseite der Hand spiegelt die Körpervorderseite, die Rückseite der Hand die Körperrückseite wider.  

Bei der Koreanischen Handakupunktur werden feinere und kleinere Nadeln als bei der herkömmlichen Körperakupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet. Neben der Behandlung mit Nadeln können die Akupunkturpunkte auf der Hand auch mit Magneten, Elektroakupunktur, Moxibustion oder Laser stimuliert werden.  

In der Koreanischen Handakupunktur kommen unterschiedliche Methoden in der Therapie zum Einsatz.  

2.1. Korrespondierende Methode

Diese ist die einfachste Behandlungsstufe. Dabei werden schmerzende Körperstellen auf der Hand aufgesucht und dort direkt behandelt. Yoo Tae Woo, der Begründer der Koreanischen Handakupunktur, entdeckte selbst, von Kopfschmerzen geplagt, auf diese Art und Weise die Handakupunktur. Schmerzen in einem Organ oder Körperteil lassen sich mit dem entsprechenden Hand-Akupunkturpunkt therapieren.   

2.2. Meridianbehandlung

Alle Körpermeridiane sowie sämtliche Körperakupunkturpunkte sind auch auf der Hand wiederzufinden und können über diese stimuliert werden. Dadurch können wie in der klassischen Körperakupunktur einzelne Meridiane reguliert werden. Der Fluss von Qi und der Yin-Yang-Haushalt werden dadurch ins Gleichgewicht gebracht. Die Selbstheilungskräfte werden gestärkt und aktiviert.  

 

2.3. Diagnose

Die Koreanische Handakupunktur bedient sich der klassischen Diagnosemethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Neben einem ausführlichen Erstgespräch zwischen dem Patienten und Therapeuten, spielen Antlitzdiagnose sowie Zungen- und Pulsdiagnose eine zentrale Rolle.

Die Antlitzdiagnose bezeichnet das Erkennen von Krankheiten und deren Ursachen aufgrund des äusseren Erscheinungsbildes eines Menschen. Haut, Haare, Nägel und andere geben nach Auffassung der TCM Auskunft über Stärken und Schwächen von Organen. Besonders die Beschaffenheit der Zunge (Risse, Farbe, Belag usw.) ist ein wichtiges Aussageinstrument des Körpers.

Die Pulsdiagnose kommt in der Koreanischen Handakupunktur als Yin-Yang Pulsdiagnose zum Einsatz. Zusätzlich kennt die Koreanische Handakupunktur das Diagnosemittel der Bauchdeckendiagnose, bei welcher der Akupunkteur die Bauchdecke abtastet.  

Die Koreanische Handakupunktur wirkt wie die klassische Körperakupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) über die Stimulation von ausgewählten Akupunkturpunkten und entsprechenden Meridianen. Nach Auffassung der TCM zirkuliert in den Meridianen (Leitbahnen) die körpereigene Lebensenergie Qi.

Kann das Qi nicht gleichmässig fliessen, entstehen Blockaden, Stagnationen und Organe werden unzureichend mit der Lebensenergie versorgt. Dadurch können Krankheiten, funktionelle Störungen oder allgemeine Schwäche entstehen. Durch die Nadeltherapie kann auf den Fluss der Lebensenergie Qi eingewirkt, Organe gestärkt und insgesamt ein Gleichgewicht im Körper hergestellt werden. Krankheiten können ausheilen und Symptome klingen ab.  

3.1. Vorteile der Koreanischen Handakupunktur

Die Koreanische Handakupunktur zeichnet sich durch eine besonders starke und unmittelbare Wirkung aus. Mittels Pulsdiagnose kann der Akupunkteur jederzeit den richtigen Sitz der Nadel kontrollieren, weil Effekte sofort überprüfbar sind. Schmerzen klingen meist unmittelbar während der Behandlung ab oder eine verstopfte Nase wird plötzlich wieder frei. Die intensive Wirkung der Handakupunktur hängt vermutlich mit den vielen Nervenenden zusammen, die auf der Hand liegen und Signale schnell ins Gehirn leiten.  

Weitere Vorteile der Koreanischen Handakupunktur sind: 

  • Einfacher Behandlungsort: Die Hand ist immer und überall erreichbar. Der Patient muss sich im Gegensatz zur Körperakupunktur für die Behandlung nicht ausziehen. 
  • Sicherheit: Risiken von Verletzungen an Organen durch die Verwendung von langen Nadeln können bei der Handakupunktur vollkommen ausgeschlossen werden. 
  • Selbstbehandlung: Das Nadeln der Akupunkturpunkte an der Hand ist relativ leicht und schnell erlernbar und eignet sich daher auch zur Eigentherapie.  

Die Koreanische Handakupunktur ist eine wirksame und risikoarme Form der Akupunktur. Sie basiert auf den gleichen Wirkprinzipien wie die klassische Körperakupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Koreanische Handakupunktur eignet sich daher zur Therapie sämtlicher Erkrankungen, Symptome und funktionellen Störungen wie die Körperakupunktur.  

Besonders bewährt hat sich die Behandlung mit Koreanischer Handakupunktur bei folgenden Krankheits- und Beschwerdebildern:  

  • Kopfschmerzen 
  • Gelenkschmerzen 
  • Gesichtsschmerzen 
  • Gynäkologische Beschwerden 
  • Muskelschmerzen 
  • Schmerzen des Bewegungsapparates (Rücken, SChulte, Nacken, Knie) 

Nach einer ausführlichen Untersuchung gemäss der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), stellt der TCM-Therapeut eine entsprechende Diagnose. Wichtige Diagnosemittel sind ein ausführliches Gespräch, das äussere Erscheinungsbild des Patienten sowie Zungen- und Pulsdiagnose. In der Koreanischen Handakupunktur wird zusätzlich eine Bauchdeckendiagnose durchgeführt. Anschliessend wählt der Akupunkteur geeignete Punkte auf der Hand, in die er kleine, feine Nadeln setzt.

Die Nadeln verbleiben in der Regel zwischen zehn und 20 Minuten auf der Hand. Wie oft eine Behandlung nötig ist, hängt vom individuellen Beschwerdebild des Patienten ab. In der Regel setzt die Wirkung der Handakupunktur sehr schnell und intensiv ein.